Schöneis investiert in Baumann-Wohlenberg-Anlage von Helmar Schmidt

Schneidekapazität stark erweitert

Große Ideen fangen nicht selten klein an – zum Beispiel in einer Garage: Aus einer solchen heraus startete Richard Schöneis im Jahr 1992 seinen Werbemittelvertrieb und begann, Autohäuser und Fahrschulen mit hochwertigen, selbst produzierten Artikeln aus Leder und Kunstleder zu beliefern. Dass daraus eines Tages einer der bedeutendsten Druckweiterverarbeitungsbetriebe des Emslandes und darüber hinaus werden würde, war damals weder geplant noch absehbar. Aber folgerichtig: Als das in Esterwegen ansässige Unternehmen Mitte der 1990er-Jahre zur Eigenwerbung Terminkalender für Autohäuser drucken ließ, wurden diese in einer Werkstatt der Lebenshilfe im Wire-O-Verfahren gebunden. Das dauerte lange, und feste Liefertermine gab es nicht.

Ausgelegt auf jede Menge Durchsatz: Die neue Wohlenberg-Scheideanlage vereint Produktivität, Vielseitigkeit und Bedienerfreundlichkeit zu einem effizienten Gesamtpaket. Im Bild (v.l.): Jens Schöneis, Jens Liebetreu (Geschäftzsführer Helmar Schmidt), Slawa Kisser (Buchbinder) und Holger Schöneis.

Rollentausch

»Das«, dachte man sich damals bei Schöneis, »können wir auch selber und besser machen«, und kaufte eine entsprechende Bindemaschine sowie anderes Equipment für die Papierverarbeitung. Mit dem Effekt, dass nun die Druckerei, die die Kalender hergestellt hatte, selbst zum Kunden bei Schöneis wurde – und sie blieb nicht die einzige. »Es sprach sich schnell herum, dass wir flexibel, schnell und zuverlässig liefern konnten «, erinnert sich Jens Schöneis, der heute mit seinem Bruder Holger die Geschäfte führt. »Binnen kurzer Zeit hatten wir in der Papierverarbeitung mehr Aufträge als im Ledergeschäft.« Und so kam es, dass Schöneis den Fokus bei weiteren Investitionsentscheidungen auf das Geschäftsfeld Druckweiterverarbeitung legte.

Die Produktion an der Schneideanlage ist teilautomatisiert und nimmt dem Bediener besonders beanspruchende Tätigkeiten ab. Die Bögen werden gegen den Uhrzeigersinn zunächst von Hand von einem Stapelheber ...
... in den Schüttler gelegt. Die ausgerichteten und gepressten Stapel wandern dann über den Lufttisch zum Schneidebalken und von dort weiter ...
... zu einem vollautomatischen Abstapler, von wo die fertig beschnittenen Bögen in die Weiterverarbeitung gebracht werden können.

Bewährter Partner

Die Garage reichte dafür schon längst nicht mehr aus: 1996 bezog Schöneis das Gebäude einer nahegelegenen, ehemaligen Näherei. Das Portfolio reichte (und reicht bis heute)von Schneiden, Stanzen, Lasergravur und Zusammentragen über Spiral- und Drahtkammbindung sowie das Kleben von Mappen, Taschen und Schachteln bis zur Konfektionierung und Logistik. Auch Lederprodukte und Werbemittel sind weiterhin im Geschäft. »Nur Sammelheften und Klebebinden machen wir nicht«, sagt Jens Schöneis. »Da ist einfach der Preisdruck zu groß.« Beim Bezug der Ausstattung vertraut Schöneis schon seit Jahren dem Handelsunternehmen Helmar Schmidt aus Hamburg mit seinem umfangreichen Programm an hochwertigen, leistungsfähigen Maschinen und Geräten für die grafische Industrie. Von dort hatten bereits eine rotative Stanzmaschine des Herstellers Bograma und eine Bohrmaschine von Dürselen ihren Weg in die Produktionsräume gefunden – und die drohten 2018 erneut aus allen Nähten zu platzen.

Der neue Schöneis-Standort in Esterwegen verfügt über eine Produktionsfäche von 2.200 Quadratmetern auf einer Ebene. Er bietet damit genug Raum für das weitere Wachstum des Weiterverarbeitungsbetriebes.

Schöneis entschied sich diesmal für einen großzügigen Neubau in einem Esterweger Industriegebiet. Die freitragende Konstruktion ohne störende Stützen bietet auf einer Ebene mit 2.200 Quadratmetern gegenüber den bisherigen 1.500 Quadratmetern auf zwei Ebenen deutlich mehr und besser nutzbaren Platz. »Den brauchen wir auch«, sagt Jens Schöneis, »die zusätzliche Fläche ist im Grunde schon verplant.

Noch wirken die luftigen, freitragenden Hallen etwas leer – das aber wird sich nach Auskunft von Jens Schöneis schon sehr bald ändern. Der Platz wird für anstehende Investitionen benötigt.

« Besonders den Ausbau der Schneidekapazitäten hatte der Geschäftsführer dabei von Anfang an im Blick: Schon bevor der neue Standort bezugsfertig war, orderte er bei seinen bewährten Partnern von Helmar Schmidt eine zusätzliche, komplette Schneideanlage von Baumann-Wohlenberg. Sie besteht neben einem Schnellschneider mit 1.320mm Schnittbreite aus einem Stapelheber, einem Schüttler und einem automatischen Abstapler.

Verbesserte Handhabung

Die Konfiguration lässt eindeutig erkennen, dass es hier um Durchsatz geht: »Die Handhabung ist gegenüber den anderen Maschinen deutlich verbessert und entlastet die Bediener«, sagt Jens Schöneis, der außerdem die kurzen Einstellzeiten, die sehr gute Schnittgenauigkeit und das verarbeitbare Materialspektrum hervorhebt. Schließlich nutzt das Unternehmen die Schneideanlage nicht nur zur Verarbeitung von Papier, sondern auch von Kunststoffplatten.

Auch diese Kunststoffplatten sind für den Wohlenberg-Schnellschneider kein Problem. Die dafür notwendigen Einstellungen lassen sich in wenigen Sekunden am Touch-Display vornehmen.


Geliefert und installiert wurde die Anlage im März dieses Jahres, und auch die Schulung der Bediener übernahmen die Spezialisten von Helmar Schmidt. Aufgrund der guten Beziehungen zwischen Kunde und Lieferant dürfen sich diese wohl auch in Zukunft über Aufträge freuen. Gerade ist Schöneis in die Wellpappeverarbeitung eingestiegen und hat im Zuge dessen Teile der Firma Schlüter aus Osnabrück übernommen, deren Inhaber aus Altersgründen aufgehört hatte.

Schöneis
Tel. 0 59 55 / 93 48 00

Helmar Schmidt
www.helmar-schmidt.de

Quelle: Grafische Palette 3/2019

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